Wettbewerb Wohnquartier Ingolstadt

Städtebau / Typologie


Im Rahmen des Siedlungsmodelles Ingolstadt / Permoserstraße entsteht auf einem Teilbereich ein eigenständiges Wohnquartier mit individuellem Charakter. In einem ersten Bauabschnitt wurden 15 von 27 WE errichtet. Ausgehend von der südlich gelegenen Erschliessungsstrasse entwickelt sich ein einfaches Konzept aus zwei parallelen ost / west orientierten Bebauungsstrukturen. In Quartiersmitte ist eine Promenade mit verschiedenen Aufenthalts- und Spielmöglichkeiten angeordnet. Geparkt wird zentral außerhalb des Quartiers. Der Innenbereich ist somit vollkommen autofrei und ideal zum Spielen und Kommunizieren angelegt. Die dreigeschossig ausgeprägte Bebauungsstruktur mit großen Dachterrassen gewährleistet eine hohe Verdichtung bei gleichzeitig ausreichender Privatheit. Die zonierte Freiflächengestaltung ermöglicht ein qualitativ hochwertiges Außenraumgefüge unterschiedlicher Nutzbarkeit. Das Projekt wird von der Obersten Baubehörde als Modellvorhaben gefördert.

Architektonische Konzeption Reihenhäuser

Die vorgeschlagene Baustruktur stellt, hinsichtlich Haustyp und Grundrißtypologie eine interessante Alternative zu den herkömmlichen Reihenhaustypen dar. Breit angelegte Grundrisse, mit geringen Haustiefen, ermöglichen großzügige Räume und gut nutzbare Gärten. Die Grundrißstruktur mit beidseitiger Orientierung ermöglicht durchgesteckte Wohnsituationen. Die Tragstruktur des Gebäudes ist minimiert (Schotten) und auf eine möglichst flexible Raumanordnung ausgerichtet. Für eine vielfältige und möglichst lebendige Bewohnergemeinschaft gibt es verschiedenartige und individuelle Haustypen. Die Palette reicht vom Starterhaus für kleine Familien mit 4 Zimmern und ca. 98 m2 Wohnfläche bis zum „Mehrgenerationenhaus“ für große Familien mit rund 113 m2 Wohnfläche (Typ 2/3). Durch die Grundrisstruktur sind verschiedenartige Nutzungen möglich. Die einläufige Treppe zu den Obergeschossen kann bei Bedarf über den Windfang getrennt betreten werden. Somit ist das Erdgeschoss hinsichtlich einer flexiblen Nutzung als Einliegerwohnung oder z.B. Büroraum frei wählbar. Die große Dachterrasse ermöglicht eine optionale Wohnnutzung im Dachgeschoß. Dachterrasse und Gartenhof sind als zusätzliches „grünes Zimmer“ gut zu nutzen. 

Ökologische Aspekte / Haustechnik

Die urbanistischen Vorbedingungen wie Orientierung, Kompaktheit, Dichte, etc. sind Basis der angestrebten hohen Umweltqualität. Die hochwärmegedämmte Bauweise sichert langfristig einen ökologisch nachhaltigen und wirtschaftlichen Energieverbrauch. Sämtliche Gebäude sind über eine gemeinsames BHKW mittels Nahwärmeversorgungsleitungen angebunden. Zur Verbesserung der Lufthygiene bzw. zur Vermeidung von Feuchteschäden wurden einfache Lüftungsanlagen realisiert. In Verbindung mit der beschriebenen Bauweise ist die angestrebte Niedrigenergieklassifizierung gut erreicht worden. 

Fakten

Standort Clara-Wiek-Strasse 26, 85057 Ingolstadt
Typologie Neubau Reihenhausquartier
Bauherr Stadt Ingolstadt
Wettbewerb 2. Preis, 1996
Status fertiggestellt 2001
Wohnfläche 1781 m2
BRI 8984 m3
BGF 2354 m2
Einheiten 15 WE
Grundstück 2703 m2
Bauweise Beton, Holzfassaden
Energiekonzept BHKW, Nahwärmeversorgung
Wettbewerb GAP, München
Planung GAP, München
Freiflächen landschaftsentwicklung kroitzsch, Gröbenzell
Statik Planungsbüro Fischer, Bad Endorf
Fotografie Kaunat, München
Veröffentlichung "Siedlungsmodelle" Ob. Baubehörde 2005 · "Wohnmodelle" Bayern, Callwey Verlag 4/2004 · "Siedlungsmodelle" Ob. Baubehörde 2000 · "Siedlungsmodelle" Prestel Verlag 1998 · Wettbewerbe Aktuell 09/1996